Online-Schulungen anbieten – einige Tipps.

Kennst du das? Du rennst von Termin zu Termin, reist im Land herum für Schulungen und Vorträge. Leute kommen zu dir für Coaching oder Training. Zwischen Terminen ist viel „tote Zeit“?

So geht's langfristig nicht.

Das habe ich selbst erlebt – und zum Glück geändert.

Sind zusätzlich äussere Umstände nicht ideal – gesundheitliche Probleme in der Familie, bei mir: Kinder krank – „funktioniert“ das einfach nicht.

Die Pandemie zeigt das Problem ebenfalls deutlich auf.

Das „Coaching-Problem“

Solange deine Einnahmen an deine Zeit gekoppelt sind, funktioniert dein Modell nicht, wenn du keine Zeit mehr hast. Tönt simpel – es gibt glücklicherweise bessere Modelle.

Es können auch positive Gründe sein. Vielleicht willst du 3 Jahre lang mit dem Fahrrad auf Weltreise. Vielleicht willst du in einem Herzensprojekt anpacken. Hier geht es um die dafür nötige Basis.

Ist dein Angebot auf deine Region beschränkt, hast du zusätzliche Herausforderungen. Du musst laufend „neue Leute“ in deine Praxis oder in dein Schulungsraum bringen. Die Region gibt nicht unbeschränkt viel her.

Ein sind also 2 Punkte, die du hinterfragen solltest:

  1. örtliche Abhängigkeit (deine Präsenz an einem bestimmten Ort)
  2. zeitliche Abhängigkeit (deine Präsenz zu einer bestimmten Zeit)

Örtliche Abhängigkeit

Die örtliche Abhängigkeit ist einfach zu lösen. Tools für Videokonferenzen und Webinare machen das leicht. Damit brichst du aus deinen regionalen Schranken heraus, sparst dir und deinen Kunden viele Fahrten.

Wir verwenden Zoom für Einzel- oder Gruppencalls und WebinarJam bzw EverWebinar für Live- und automatisierte Webinare. (Siehe unsere Tool-Liste mit fast allen Tools, die wir verwenden)

Das ist ein guter, erster Schritt.

Etwas Positives des Jahrs 2020: viele Leute haben ihre Skepsis gegenüber Online-Angeboten abgebaut. Sie sehen, dass es sogar Vorteile hat, Nähe trotzdem vorhanden ist und dass es Spass macht. Zoom kennt man jetzt.

Was bleibt: du bist trotzdem „präsent“. Du musst „live“ dabei sein – hast also immer noch die zeitliche Abhängigkeit.

Zeitliche Abhängigkeit

Wenn du schon einige Erfahrung hast mit Online-Trainings geben, willst du wahrscheinlich auch deine zeitliche Abhängigkeit lösen. Damit du auch mal 1 Jahr reisen kannst und dabei nicht nur Geld „verbrennst“.

Dafür brauchst du digitale Produkte. Du verpackst dein Live-Training in ein verkaufbares Online-Produkt. Das kann eine Challenge sein – zB eine 14-Tage-Challenge mit begleitenden E-Mails, Video-Lektionen und Arbeitsmaterial. Das kann ein kleines Produkt werden für 49.- bis hin zu einem tiefergehenden Online-Kurs für bis zu 8000.-.

Meist sind solche digitale Produkte ohne Einzelbetreuung preislich maximal CHF 2'000. Bei höherpreisigen Angeboten erwartet man individuelle Betreuung – was vielleicht ganz OK ist für dich. Du wirst nicht für die Einzelstunden bezahlt, sondern für das Gesamtpaket.

Es gibt also Mischmöglichkeiten – du musst nicht komplett umstellen.

Wir haben Kunden mit Kombiangeboten bis CHF 40'000.

Passives Einkommen?

Der Begriff „Passives Einkommen“ fällt oft in diesem Zusammenhang. Wie du erahnst, hat es allerdings nicht sehr viel mit Passivität zu tun – bis das digitale Produkt steht.

Danach ist es schon so: du kriegst (wenn dein Funnel funktioniert) regelmässig eine Mitteilung, dass wieder jemand ein Produkt gekauft hat.

Bis du dort bist, musst du ein*e Macher*in sein. Du musst:

  • den Inhalt erstellen
  • es technisch einrichten (lassen)
  • den Funnel aufbauen (lassen)

Dazu kommen wir noch.

Beispiele für Online-Kurse

Damit du siehst, wie das in etwa aussehen könnte, hier ein bisschen Inspiration.

In der Regel stellt man nicht sofort von heute auf morgen komplett auf Online-Kurse um – vielleicht will man das ja gar nicht. Wenn du es aber hinkriegst, dass ein Drittel oder die Hälfte deines Einkommens so rein kommt, kann das deinen Stress erheblich reduzieren.

Es ist dann auch schön, wenn man eine Meldung kriegt, dass wieder ein Online-Produkt verkauft wurde ohne viel Herumrennen. Natürlich muss dafür ein Funnel stehen und funktionieren.

Online-Kurse: besser für viele Kund*innen

Du bietest eine Lösung für Menschen auch ausserhalb deiner Region. Wäre schade, wenn es nicht „erreichbar“ wäre.

Viele Menschen leben nicht direkt in einer Stadt mit unzähligen Angeboten. Oder haben andere Gründe, weshalb sie nicht so mobil sind.

Online-Kurse haben sich zum Lernen mittlerweile gerade ausserhalb von Städten etabliert. Video-Calls mit Zoom oder Skype haben die meisten schon durchgeführt. Viel mehr braucht es für ein erstes Angebot nicht!

Digitale Produkte als Einstieg

Oft geht es bei diesen Angeboten (gerade bei kleineren Online-Kursen) nicht in erster Linie darum, viel Geld zu verdienen. Sondern um einen ersten Kontakt mit den Kunden und Aufbau von Vertrauen.

Häufig kauft jemand erstmal ein risikoarmes, kleines Produkt für ein paar hundert CHF oder EUR, gewinnt Vertrauen und ist dann bereit, wirkungsvollere Schritte zu unternehmen.

Ich kaufte kürzlich einen Online-Kurs für ca. zweihundert Euro, weil ich wusste, dass eines der 10 Module mich deutlich weiterbringt und mir unzählige Experimente spart. Ich war froh um die schnelle Lösung. Einen Umweg und viel Herumgoogeln vermieden.

Jetzt kenne ich diesen Kursanbieter, habe Mehrwert erhalten. Die Hürde, nochmal ein Produkt von ihm zu kaufen, ist nun viel tiefer.

Was braucht man dafür?

Überlege dir doch, welches Offline-Training, das du schon vorbereitet hast, du als Online-Training mit Videolektionen umsetzen könntest.

Meist ist ein so verpacktes Online-Produkt deutlich günstiger, als die Live-Schulung. Das heisst: auch hier wieder machst du deine Lösungen mehr Menschen zugänglich und brennst dabei nicht aus.

Folgende Elemente brauchst du, um dein erstes digitales Produkt anbieten zu können:

1) Den eigentlichen Kurs-Inhalt

Strukturiere deine Inhalte in Module und Lektionen. Zum Beispiel 3 Module mit je 4 Lektionen für ein Einstiegsprodukt. In jeder Lektion planst du ein Video von 5 bis 15 Minuten Länge. Es könnten auch 3 kürzere Videos sein, wenn es inhaltlich Sinn macht.

Vielleicht hilft es den Teilnehmer*innen auch, wenn die zusätzlich Arbeitsblätter kriegen oder ein „Arbeitsbuch“ als PDF?

2) Die Kurs-Plattform

Irgendwo müssen diese Lektionen nun platziert werden. Wir haben beispielsweise einen Mitgliedschaftsbereich auf unserer Website eingerichtet: Convertable Academy. (Technisch ist das bei uns eine WordPress-Installation mit den Plugins DigiMember und LearnDash)

Beim begleiteten Funnel-Bootcamp haben wir es so eingestellt, dass jede Woche ein Modul freigeschaltet wird. Beim kleineren Storytelling-Kurs stehen sofort nach Kauf alle Module zur Verfügung.

3) Kaufmöglichkeit für das digitale Produkt

Natürlich willst du auch nicht „händisch“ den Käufern nachrennen und Rechnungen ausstellen für kleine Kursgebühren. Dafür existieren verschiedene Verkaufsplattformen, die dir diese Arbeit abnehmen – gegen einen Prozentsatz des Umsatzes.

Wir selber und auch einige Kunden von uns verwenden dafür Digistore24 – eines der bekanntesten Lösungen im deutschsprachigen Raum. Vorteil: sie regeln die ganzen MwSt-Geschichten, erleichtern also einiges.

4) Einen Funnel, um es zu verkaufen

Es reicht natürlich nicht, alles schön auf deiner Website einzurichten und die Inhalte zu erstellen und mit Digistore24 zu verknüpfen.

Du musst dafür sorgen – idealerweise ohne Stress – dass die richtigen Menschen davon erfahren, deine Kompetenz Stück für Stück kennenlernen, Vertrauen zu dir gewinnen und den Wert deines Produkts erkennen.

Das geschieht fast nie innert Sekunden oder Minuten.

Du brauchst also einen Marketing-Funnel, der diese Leute gut abholt in ihrer Herausforderung, ihnen Mehrwert liefert, damit sie deine Kompetenz sehen und Vertrauen zu dir gewinnen.

Dein Funnel ist schlussendlich das, was dir die Freiheit bringt. Nicht ein superschönes Produkt, das auf einer superschönen Website wartet aber nicht gesehen wird.

Mehr dazu: Was ist ein Funnel und weshalb brauche ich das?

Mach einen Schritt

Wenn du Unterstützung willst beim Aufbau: rede mit uns! Wir schauen deine Situation an, zeigen dir auf, was der beste, realistische Weg vorwärts ist und ob/wie wir dich begleiten können.

Karin ist unterwegs in diese Richtung und Teilnehmerin unseres Funnel-Bootcamps und des Mentoring-Clubs:

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Comments

  1. Sabine Berndt says

    Hallo,

    ich muss aufgrund der momentanen Situation und vielleicht auch der Zukunft angepasst mich mit dem Thema Webinar auseinandersetzen. Ich habe eine Fortbildung für Inklusionspädagogen ausgeschrieben. Die Grundseminare sollen in Form eines Webinars stattfinden. Da ich eher der Typ für direkte Interaktion bin, brauche ich hierfür Unterstützung.

    Schöne Grüße Sabine

  2. Markus Fedrizzi says

    Hallo, ich möchte meine koreanische Kampkunst auf als Firmenseminare und Kurse anbieten. Interessanten Themen, wie Focus lernen, Mental Training. Hinternisse überwinden, Körperhaltung und Körpersprache, Kintetik Training, Kordinationstraining etc.
    Wie finde ich Firmen, die Interesse haben an solch einer Schulung.

    Herzliche Grüsse Markus

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