Online-Schulungen anbieten – einige Tipps.

Rennst du von Termin zu Termin? Oder reist du herum für Schulungen und Vorträge? Leute kommen zu dir für Coaching oder Training? Zwischen Terminen ist viel „tote Zeit“?

So geht's langfristig nicht.

Das habe ich selbst erlebt – und zum Glück geändert.

Sind äussere Umstände nicht ideal – sind die Kinder krank – kommt Stress auf. Du bist „selbst“ und „ständig“. Du hast dir einen Job gebaut, kein Unternehmen. Die Pandemie zeigt das Problem deutlich.

Das Coaching-Problem

Solange deine Einnahmen an deine Zeit gekoppelt sind, funktioniert dein Modell nicht, wenn du wenig Zeit hast. Zeit = Geld = Stress, immer.

Es gibt glücklicherweise bessere Modelle.

Es können positive Gründe sein. Vielleicht willst du 8 Monate lang mit dem Fahrrad auf Weltreise. Vielleicht willst du in einem Herzensprojekt anpacken. Hier geht es um die dafür nötige Basis.

Ist dein Angebot auf deine Region beschränkt, hast du zusätzliche Herausforderungen. Du musst laufend „neue Leute“ in deine Praxis oder in dein Schulungsraum bringen. Die Region gibt nicht unbeschränkt viel her.

Ein sind also 2 Punkte, die du hinterfragen solltest:

  1. örtliche Abhängigkeit (deine Präsenz an einem bestimmten Ort)
  2. zeitliche Abhängigkeit (deine Präsenz zu einer bestimmten Zeit)

Örtliche Abhängigkeit lösen

Die örtliche Abhängigkeit ist einfach zu lösen. Tools für Videokonferenzen und Webinare machen das leicht. Damit brichst du aus deinen regionalen Schranken heraus, sparst dir und deinen Kunden viele Fahrten.

Wir verwenden Zoom für Einzel- oder Gruppencalls und WebinarJam für Webinare. (Siehe unsere Tool-Liste mit fast allen Tools, die wir verwenden)

Das ist ein guter, erster Schritt.

Etwas Positives: viele haben ihre Skepsis gegenüber Online-Angeboten abgebaut. Sie sehen, dass es Vorteile hat, Nähe trotzdem vorhanden ist und dass es Spass macht. Zoom kennt man jetzt.

Was bleibt: du bist trotzdem „präsent“. Du musst „live“ dabei sein – hast also noch die zeitliche Abhängigkeit.

Zeitliche Abhängigkeit lösen

Wenn du bereits Erfahrung hast mit Online-Trainings, willst du wahrscheinlich auch deine zeitliche Abhängigkeit lösen. Damit auch du mal reisen kannst und dabei nicht nur Geld „verbrennst“.

Dafür brauchst du eigene digitale Produkte. Du verpackst dein Live-Training in ein verkaufbares Online-Produkt. Das kann eine Challenge sein – zB eine 14-Tage-Challenge mit begleitenden E-Mails, Video-Lektionen und Arbeitsmaterial. Das kann ein kleines Produkt werden für 49.- bis hin zu einem tiefergehenden Online-Kurs für bis zu 8000.- oder mehr.

Preise für Online-Seminare

Meist sind reine digitale Produkte ohne Betreuung preislich maximal CHF 2'000. Bei höherpreisigen Angeboten erwartet man individuelle Betreuung – was ganz OK ist und Spass macht. Du wirst nicht mehr für Einzelstunden bezahlt, sondern für das Gesamtpaket.

Es gibt Mischmöglichkeiten – du musst nicht komplett umstellen.

Wir haben Kunden mit Kombiangeboten bis CHF 40'000. Viele bieten aber Online-Kurse für ein paar hundert Euro an. Unser eigenes Funnel-Bootcamp ist eine viermonatige, enge Begleitung und kostet eine tiefe vierstellige Summe. Lohnt sich übrigens auch für dich 😉

Passives Einkommen?

Der Begriff „Passives Einkommen“ fällt oft in diesem Zusammenhang. Wie du erahnst, hat es allerdings nicht sehr viel mit Passivität zu tun – bis der eigene Online-Kurs steht.

Danach freut's: wenn dein Funnel funktioniert kriegst du regelmässig die Mitteilung, dass wieder jemand ein Produkt gekauft hat. Du musst nicht weiter unternehmen.

Bis du dort bist, musst du ein*e Macher*in sein. Du musst:

  • den Inhalt erstellen
  • es technisch einrichten (lassen)
  • den Funnel aufbauen (lassen)

Dazu kommen wir noch.

Beispiele für Online-Kurse

Damit du siehst, wie das aussieht, etwas Inspiration:

Man stellt nicht sofort von heute auf morgen komplett auf Online-Kurse um. Wenn du es jedoch schaffst, dass ein Drittel oder die Hälfte deines Einkommens so kommt, reduziert das deinen Stress spürbar.

Es ist dann schön, wenn du die Meldung erhältst, dass wieder ein Online-Produkt verkauft wurde ohne viel Herumrennen. Natürlich muss dafür dein Funnel stehen:

Ich habe meinen neuen Online-Kurs veröffentlicht und nur nebenbei kurz erwähnt. Schon war die Gruppe mit 24 Teilnehmenden ausgebucht! Das ist soo viel entspannter als früher, als ich viele Leute immer wieder anschreiben musste, um die Kurse zu füllen!

Zitat einer unserer Funnel-Kundinnen

Online-Kurse: besser für viele Kund*innen

Du bietest eine Lösung für Menschen auch ausserhalb deiner Region. Wäre schade, wenn es nicht „erreichbar“ wäre.

Viele Menschen leben nicht direkt in einer Stadt mit unzähligen Angeboten. Oder haben andere Gründe, weshalb sie nicht so mobil sind.

Online-Kurse haben sich zum Lernen mittlerweile gerade ausserhalb von Städten etabliert. Video-Calls mit Zoom haben die meisten schon durchgeführt. Viel mehr braucht es für dein erstes Angebot nicht!

Digitale Produkte als Einstieg

Manchmal geht es bei diesen Angeboten (gerade bei kleineren Online-Kursen) nicht in erster Linie darum, viel Geld zu verdienen. Sondern um einen ersten Kunden-Kontakt und um Aufbau von Vertrauen.

Häufig kauft jemand erstmal ein risikoarmes, kleines Produkt für ein paar hundert CHF oder EUR, gewinnt Vertrauen und ist dann bereit, wirkungsvollere Schritte zu unternehmen.

Ich kaufte kürzlich einen Online-Kurs für ca. zweihundert Euro, weil ich wusste, dass eines der 10 Module mir Umwege spart. Ich war froh um die schnelle Lösung. Viel Zeit gespart.

Jetzt kenne ich diesen Kursanbieter, habe Mehrwert erhalten. Die Hürde, nochmal ein Produkt von ihm zu kaufen, ist viel tiefer.

Ein häufiges Problem, das unsere Teilnehmenden oft haben ist das: sie haben es schwer, den ersten Funken Vertrauen zu gewinnen. Gewinnen sie dann diesen ersten Funken, läuft der Rest fast von alleine.

Was braucht man dafür?

Überlege dir doch, welches Offline-Training, das du schon vorbereitet hast, du als Online-Training mit Videolektionen umsetzen könntest.

Meist ist ein so verpacktes Online-Produkt deutlich günstiger, als die Live-Schulung. Das heisst: auch hier wieder machst du deine Lösungen mehr Menschen zugänglich und brennst dabei nicht aus.

Folgende Elemente brauchst du, um dein digitales Produkt anzubieten:

1) Den eigentlichen Kurs-Inhalt

Strukturiere deine Inhalte in Module und Lektionen. Zum Beispiel 3 Module mit je 4 Lektionen für ein Einstiegsprodukt. In jeder Lektion planst du ein Video von 5 bis 15 Minuten Länge. Es könnten auch 3 kürzere Videos sein, wenn es inhaltlich Sinn macht.

Vielleicht hilft es den Teilnehmer*innen auch, wenn die zusätzlich Arbeitsblätter kriegen oder ein „Arbeitsbuch“ als PDF?

Tool-Tipp: wir verwenden Trello, um ganz einfach und visuell die Inhalte unserer Online-Kurse zu planen. Das sieht so aus und du kannst auch unterwegs mit der App neue Ideen hinzufügen:

Planung des SEO-Online-Kurses in Trello

Pro Modul machen wir eine Liste in Trello und innerhalb dieser Liste stellen die Trello-Card die einzelnen Lektionen dar. So kannst du sehr schnell und intuitiv an deinen Kurs-Inhalten arbeiten, sie umsortieren durch umherziehen etc.

2) Die Kurs-Plattform

Irgendwo müssen diese Lektionen nun platziert werden. Wir haben beispielsweise einen Mitgliedschaftsbereich auf unserer Website eingerichtet: Convertable Academy. (Technisch ist das bei uns eine WordPress-Installation mit den Plugins DigiMember und LearnDash)

So sieht es aus:

Unsere Kurs-Plattform

Beim begleiteten Funnel-Bootcamp haben wir es so eingestellt, dass jede Woche ein Modul freigeschaltet wird. Beim kleineren Storytelling-Kurs stehen sofort nach Kauf alle Module zur Verfügung.

So sieht es innerhalb des gekauften Online-Kurses aus:

Ein Modul ist aufgeklappt im SEO-Online-Kurs

3) Kaufmöglichkeit für das digitale Produkt

Natürlich willst du nicht „händisch“ den Käufern nachrennen und Rechnungen ausstellen für kleine Kursgebühren. Dafür existieren verschiedene Verkaufsplattformen, die dir diese Arbeit abnehmen – gegen einen Prozentsatz des Umsatzes.

Wir selber und einige unserer Kunden verwenden dafür Digistore24 – eines der bekanntesten Lösungen im deutschsprachigen Raum. Vorteil: sie regeln die ganzen MwSt-Geschichten, erleichtern also einiges.

Innerhalb von Digistore24 erstellen wir verschiedene Produkte mit Beschreibungen und Preisplänen. Digistore24 übernimmt alles rund um Zahlungen mit Kreditkarten, Sofortüberweisung, Vorkasse usw.

Diese Plattform ist unsere Empfehlung für den Verkauf von Online-Seminaren, Schulungen etc.

4) Einen Funnel, um es zu verkaufen

Es reicht natürlich nicht, alles schön auf deiner Website einzurichten und die Inhalte zu erstellen und mit Digistore24 zu verknüpfen.

Wie kann man Online-Kurse verkaufen?

Du musst dafür sorgen – idealerweise ohne Stress – dass die richtigen Menschen davon erfahren, deine Kompetenz Stück für Stück kennenlernen, Vertrauen zu dir gewinnen und den Wert deines Produkts erkennen.

Das geschieht nie innert Sekunden oder Minuten.

Du brauchst einen Marketing-Funnel, der diese Leute gut abholt in ihrer Herausforderung, ihnen Mehrwert liefert, damit sie deine Kompetenz sehen und Vertrauen zu dir gewinnen.

Dein Funnel ist das, was dir die Freiheit bringt. Nicht ein superschönes Produkt auf einer superschönen Website ohne Besucher. Das können wir nicht genug betonen.

Mehr dazu: Was ist ein Funnel und weshalb brauche ich das?

Mach einen Schritt

Wenn du Unterstützung willst beim Aufbau: rede mit uns! Wir schauen deine Situation an, zeigen dir auf, was der beste, realistische Weg vorwärts ist und wie wir dich unterstützen können.

Karin ist so unterwegs. Sie ist Teilnehmerin unseres Funnel-Bootcamps und des Mentoring-Clubs. Das sagt sie darüber:

Reader Interactions

Comments

  1. Sabine Berndt says

    Hallo,

    ich muss aufgrund der momentanen Situation und vielleicht auch der Zukunft angepasst mich mit dem Thema Webinar auseinandersetzen. Ich habe eine Fortbildung für Inklusionspädagogen ausgeschrieben. Die Grundseminare sollen in Form eines Webinars stattfinden. Da ich eher der Typ für direkte Interaktion bin, brauche ich hierfür Unterstützung.

    Schöne Grüße Sabine

    • Sam Steiner says

      Hallo Sabine

      Mittlerweile hast du wahrscheinlich schon einige Webinare durchgeführt, oder? Wie waren deine Erfahrungen bisher? Welches Webinar-Tool hast du verwendet? Wir verwenden WebinarJam.

      Gruss, Sam

  2. Markus Fedrizzi says

    Hallo, ich möchte meine koreanische Kampkunst auf als Firmenseminare und Kurse anbieten. Interessanten Themen, wie Focus lernen, Mental Training. Hinternisse überwinden, Körperhaltung und Körpersprache, Kintetik Training, Kordinationstraining etc.
    Wie finde ich Firmen, die Interesse haben an solch einer Schulung.

    Herzliche Grüsse Markus

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.