Wix oder WordPress?

Wix? Jein.

Soll man lieber WordPress verwenden oder reicht eine Wix-Website? Was sind die Vorteile von WordPress gegenüber Wix? Ist WordPress wirklich schwieriger als Wix? Verbaut man sich etwas, wenn man Wix wählt?

Spoiler: ja, du verbaust dir Dinge mit Wix.

Du musst selber einschätzen, was dir wie wichtig ist.

Wenn du nach der Lektüre dieses Artikels trotzdem einen Page Builder einsetzen willst, nimm lieber Squarespace. Die sind von der Haltung her deutlich besser unterwegs, als Wix. Siehe den Absatz “Dirty Tricks“.

Was eine normale Website heute braucht

Wenn deine Website etwas bewirken soll, muss sie mehr können, als schön da zu sitzen. Wenn es ein wichtiger Teil deines Marketings ist, online neue Kund*innen zu gewinnen, muss deine Website in ein System eingebunden sein (das nennt man meist Funnel). Eine Website alleine bringt keine Neukunden.

Was eine normale Website für ein kleines Unternehmen braucht:

  • Leadgewinnung mit Lead Magnets
  • Optimierbarkeit für Suchmaschinen
  • Flexibilität für Änderungen (Erweiterbarkeit)
  • Integrationen mit Marketing-Tools
  • Unabhängigkeit von einem einzigen Anbieter

Dazu kommt natürlich, dass man Personen finden muss, die das System kennen und Support bieten können.

Wichtig ist die Unabhängigkeit von einem bestimmten Unternehmen – hier zum Beispiel Wix. Man sollte die Freiheit haben, seine Website zu einem beliebigen Hosting-Partner umzuziehen. Zu oft haben wir erlebt, wie einzelne Dienste eingestellt wurden – oder plötzlich deutlich teurer wurden. Solchen “Events” will man nicht plötzlich ausgeliefert sein.

Wix-Abo ein Knebelvertrag?

Ja, man kann ein Wix-Abo als Knebel-Vertrag sehen, weil du nicht die Möglichkeit hast, zu einem anderen Anbieter zu wechseln. Du zahlst regelmässig primär dafür, dass die ersten 20 Minuten der Website-Erstellung einfacher gingen. Danach hast du Einschränkungen gegenüber offenen Systemen (wie z. B. WordPress).

Du darfst auch nicht deine gestaltete Website von Wix übernehmen und im gleichen Design sonstwo wieder aufbauen! Diese Möglichkeit schliesst Wix in seinen AGB aus.

Soll die Website nur schön aussehen?

Naja…wenn man nur ein Schaufenster braucht. Genügt Wix noch lange.

– Antwort auf eines meiner Videos zum Thema

Hast du Ziele mit deiner Website?

Soll sie nur schön aussehen oder sollen wirklich Wunschkund*innen die Website finden, den Inhalt gut finden, deine Kompetenz erkennen, Vertrauen in dich gewinnen und Leads und Kunden werden?

Wenn du nur eine schöne Website brauchst – und nicht Kund*innen – dann wähle vielleicht Wix. In ein paar einfachen Schritten wirst du durch den Start geführt und hast 15 Minuten später deine Website. Genau, wie sie es in den YouTube-Werbungen anpreisen. Kosten: €12.50 pro Monat plus die Domain (für das mittlere Abo).

Ist es wirklich so einfach?

Wix - einfacher als WordPress? Jääää... nicht so sicher.

Reicht dir wirklich eine unbesuchte Website ohne Leadgewinnung und Funnel?

Nein!

Spätestens, wenn du die Website erstellt hast, das Abo für Wix bezahlt hast und du nach einigen Monaten merkst: “ich hab zwar eine schöne Website aber gewinne damit keine Leads und Kunden”, merkst du: du brauchst mehr. Kund*innen entstehen nicht aus Luft und Liebe.

Und dann fangen die Herausforderungen mit Wix an.

Bei Wix bist du Mieter*in

Zuerst musst du einen wichtigen Unterschied verstehen: Wix – wie auch Jimdo, Squarespace oder wie sie alle heissen – ist ein proprietäres Baukasten-System. Du bist Mieter*in – und dein Mietvertrag kann jederzeit ändern (oder aufgelöst werden).

Was ist ein Website-Baukasten-System? (Und was sind die Nachteile?)

Wix als Baukasten-System läuft auf fremden Servern. Du mietest dich ein und hast dann – solange zu zahlst und das Unternehmen Wix existiert und mit dir zusammenarbeiten will – Platz auf ihren Webservern. Du hast ein an der Oberfläche einfach bedienbares System, das dir recht schnell schöne Ergebnisse liefert (dich anfixt).

Du kannst alle Funktionen nutzen, die Wix zur Verfügung stellt. Bist aber eben auch eingeschränkt auf das, was Wix anbietet. Und deine Daten gehören nicht dir – du kannst sie nicht abholen und sofort an anderer Stelle weitermachen. Gut für Wix: du bist abhängig von deinem Abo, kannst nicht ohne Aufwand und Kosten wechseln.

Ein Baukasten-System macht alles möglichst einfach auf den ersten Blick. Wenn du dann dein Abo hast, kannst du nicht mehr so einfach wechseln, wenn du auf Schwierigkeiten stosst und zwingst dich dann, zufrieden zu sein mit den Funktionen, die das System dir bietet.

Baukasten-Systeme wie Wix können nicht alles gut. Warum?

Die Funktionen sind nie „vorne dabei“.

Als Allerlei-Funktionen-Anbieter kann ein Unternehmen (Hier: Wix) nicht überall super sein kann. Was sie bewerben ist die einfache Erstellung einer Website. Mit dabei sind Funktionen für E-Mail-Marketing, Automation, Formulare etc. Andere Anbieter, die sich nur auf diese Funktionen konzentrieren, sind mit viel mehr Herzblut dran und entsprechend deutlich ausgereifter.

Besonders hervorhebenswert: deine E-Mail-Liste solltest du wirklich in einem guten System verwalten, das Automation kann und visuelle Workflows anbietet. Das ist das Herz deines Online-Marketings. Von da kommen deine zukünftigen Kund*innen.

Bei WordPress bist du Besitzer*in

WordPress ist offene Software, die du auf einem Webserver installieren kannst und erweitern und verändern kannst, wie du willst. Es ist das meistverbreitete Website-Erstellungstool – und erst noch sehr einfach.

Du hast alle Daten in der Hand, niemand kann dir das abstellen bzw. bei Unzufriedenheit mit deinem Hosting-Anbieter kannst du sehr einfach wechseln. Bei Unzufriedenheit mit deinem WordPress-Support (z. B. Website-Agentur) kannst du sehr einfach wechseln – alle professionellen Anbieter kennen sich mit WordPress aus.

Die Erweiterbarkeit von WordPress ist ein enormer Vorteil – und Bedingung für Vieles, was du in Zukunft machen willst, wenn du echtes Online-Marketing mit einem einfachen Funnel betreiben willst.

Vorteile von Wix

  1. schnelles erstes Ergebnis
  2. alles in Einem
  3. man braucht keine Updates durchzuführen

Nachteile von Wix

  1. Abhängigkeit von einem Unternehmen (“Lock-In”, Knebelvertrag)
  2. wenig Flexibilität für Integrationen (wichtig im Bereich E-Mail-Marketing)
  3. verwirrende Bedienung (2 verschiedene, inkompatible Editoren)
  4. gemietetes Fremdsystem (nicht beliebig erweiterbar oder optimierbar)

Kann man Wix mit Google Analytics verbinden?

Ja. Mit einem Wix Premium-Account kannst du Google-Analytics mit deiner Wix-Website verbinden.

Dazu gehst du in Wix link im Menu auf „Marketing-Integrationen“ und befolgst die Schritt-für-Schritt-Anleitung bei „Google Analytics“. Beachte: du kannst auch Google Tag Manager mit Wix verbinden und dann alle nötigen Integrationen direkt in Google Tag Manager machen.

Google Analytics mit Wix verbinden

Kann man Wix mit Drip verbinden?

Ja, mit Kniffs. Es gibt Dritt-Anbieter wie z. B. Zapier, die solche Verbindungen möglich machen. Unsere Empfehlung für Eintrageformulare: du verwendest die Popup-Formulare von Drip selbst. Dabei erhältst du einen HTML-Link, den du in deine Wix-Website integrieren kannst.

Eintrageformular in Drip

Dazu gehst du in Drip auf “Forms” und erstellst darin ein neues Formular vom Typ “Popup-Form”. Unter “Behaviour“ findest du dann den Link, den du in deine Wix-Website integrieren musst. Beachte dabei: zuerst musst du das JavaScript-Snippet von Drip integriert haben (wir empfehlen, das via Google Tag Manager zu machen). Erst dann funktioniert der Link richtig und öffnet das Popup von Drip.

Kann man mit Wix bloggen?

Ja, es gibt eine integrierte Blog-Funktion. Man kann Kategorien erstellen und Blog-Beiträge verwalten in einer Liste. Man kann Entwürfe erstellen, sie dann direkt veröffentlichen oder in der Zukunft planen.

Blog-Funktion in Wix

Kann man von Wix zu WordPress wechseln?

Nein. Siehe auch unten die “Dirty Tricks von Wix”. Wix bietet keine gute Exportfunktion, um deine Inhalte für die weitere Nutzung in WordPress bereitzustellen. Achtung: du darfst auch nicht dein Design von Wix zu WordPress übernehmen! Das hat Wix in den Bedingungen festgelegt.

Die “Dirty Tricks” von Wix

Interessant ist auch die Haltung von Wix. Danke Silvan für den Hinweis:

Einerseits haben sie Code von WordPress geklaut/übernommen und entgegen der GPL-Lizenzen dafür eingesetzt. Dann haben sie als Profit-Unternehmen eine Schmier-Kampagne gefahren gegen WordPress – das eine Open-Source-Bewegung mit Tausenden von freiwilligen Entwicklern ist. Zudem verhindern sie die Möglichkeit, deine Inhalte von Wix zu exportieren, um zu einem anderen System oder Anbieter zu wechseln. Aus dieser Perspektive muss ich sagen: Pfui, Wix.

Wer wirklich einen Page Builder benutzen will, soll besser Squarespace nutzen, das dir auch die Möglichkeit bietet, deine Inhalte so zu exportieren, dass du wenigstens das Meiste davon später in WordPress nutzen kannst. Interessant sind auch die Bewertungen des Supports von Wix. Finger weg davon.

Schlussfolgerung

Ja, man kann eine Website mit Wix machen und mit externen Werkzeugen verbinden. Dabei sollte man darauf achten, ein regelmässiges Backup der Website-Inhalte zu haben.

Wix ist für die erste Erstellung einer Website ab einer vorbereiteten Vorlage sehr schnell und einfach – das ist der Hauptvorteil – danach ist es eher komplexer als beispielsweise WordPress in der Bedienung. Da du den Google Tag Manager einbinden kannst, kannst du darüber die meisten nötigen Script-Integrationen machen, die du für dein Online-Marketing brauchst.

In der Regel will man nicht das mitgelieferte E-Mail-Marketing-Werkzeug verwenden. E-Mail-Marketing mit Automationsfunktionen ist heute oft das Herz des Online-Marketings.

Beispielsweise Drip kann man via den von Drip zur Verfügung gestellten Popups und Formularen einbinden. Eine direkt Integration in die Design-Elemente von Wix geht nicht ohne Umweg via Zapier.

Ich empfehle klar WordPress vor Wix.

Was sind deine Erfahrungen? Gerne höre ich von dir unten in den Kommentaren und aktualisiere diesen Artikel laufend mit Tipps & Tricks oder ändere gar meine Meinung.

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