Das Jahr geht zu Ende – und je nachdem, wie man es sieht, das Jahrzehnt auch gleich mit. Die „Zehner-Jahre“ laufen aus.

Du hast viele Ideen, was du alles noch tun könntest. Hast du Zeit dafür?

Im Folgenden gebe ich dir 12 Gedanken mit. Dinge, die du vielleicht nicht mehr tun musst und dadurch einiges an Zeit gewinnst.

1) Hör auf, auf Perfektion zu warten

Das kann zeitraubend sein: schleifen, schleifen, weiterbilden, weiterbilden – und sich dann doch nicht bereit genug fühlen, einen Schritt zu wagen.

Hör damit auf: wer Spuren vorbahnt, lernt genau aus diesen Schritten. Oft ist heute sogar Echtheit wichtiger, als unsere hass-geliebte und bremsende Perfektion. Oft sind die kleinen Unternehmen im Vorteil: sie testen schneller etwas und lernen daraus.

2) Hör auf, zu überanalysieren

Schau (nur) die Realität an. Die paar wichtigen Zahlen, die relevant sind. Und entwickle daraus ein Gefühl. Eigne dir eine experimentierende Haltung an. Habe Mut, Fehler zu machen. Erfahrung ist die Sammlung der Fehler, aus denen man gelernt hat.

Ersparnis: Zeitaufwand für schöne Berichte

3) Hör (endlich) auf, die falschen Zahlen zu beachten!

Ist dein Instagram-Account mit 4'000 Followern gross oder erst mit 80'000? Egal! Anzahl Follower ist kein Hinweis auf „Influence“. Influence ist, wenn du zu ganz konkreten, messbaren Handlungen führen kannst. Achte nicht links und rechts auf nichtssagende Zahlen. Follower und Interaktionsraten sind fakebar – und sind das auch meist.

Ersparnis: Zeit/Geld für Follower-Aufbau, Geld für Fake-Influencer

4) Hör mit der Ausrede der Digitalisierung auf: „bei uns läuft das offline“

Kürzlich sagte mir jemand: „unser Leiter sagt, in unserer Branche laufe eben alles offline“.

Vielleicht stimmt das. Was sicher ist: das wird ihn beissen.

Digitalisierung, Online-Marketing… vielleicht kommst du jetzt mit Messe-Auftritten und Inseraten durch. Es wird „Zack!“ machen und dir stellt sich die Frage: was hast du für diesen Moment besser vorbereitet, als andere?

Es nennt sich Disruption uns wir erleben es überall.

Viele machen es den Mitbewerbern richtig einfach. Das belegen die Zahlen. Selig ist, wessen ganze Branche schläft – wenn sie die Erste ist, die aufwacht.

Sprich ein überschaubares Zeit- und Geld-Budget für Experimente. Fordere dabei ein Messbarkeit – damit danach aufgrund von echten Zahlen diskutiert werden kann.

Ersparnis: Zeit für Gefühlsdiskussionen

5) Hör auf mit ellenlangen Konzepten

Die sind beim Lesen schon überholt. Häufig ist es Angst vor Experimenten, die davon abhält, etwas zu tun. Man flieht in lange Konzeptphasen. Es kostet viel, man gewinnt keine Einsichten, keine Erfahrung.

Für das gleiche Budget hätte man 15 kleine Experimente durchführen können. Danach könnte man aufgrund von Erfahrungswerten diskutieren – man wäre viel schneller unterwegs – ein entscheidender Vorteil.

Ersparnis: Zeit für lange Konzepte

6) Hör auf mit Hochglanz

Heute wollen wir Echtheit und Glaubwürdigkeit über alles. Wenn wir Facebook öffnen, überspringen wir sofort deine professionell retouchierten Photoshop-Fotos von Produkten. Wir wollen echte Inhalte von echten Menschen. Wir wollen Situationen.

Hier kannst du auch wieder viel Zeit und Geld sparen: es zählt das Ungeschliffene. Es sind die einfach (und günstig) produzierten Inhalte, die am Besten laufen. Weil wir für Menschen da sind. Lerne also, ansprechende Inhalte „aus dem Unternehmensalltag “ zu produzieren.

Unternehmen sind Menschensammlungen – warum also faken?

Ersparnis: Zeit/Geld für Überproduktion

7) Hör auf mit Newsletter

Wer will das? Newsletter! News. Was sind deine News? „Unsere Agentur hat diese 2 Projekte super umgesetzt und unser Kunde ist extrem zufrieden“. Wo ist da der Mehrwert?

Natürlich bietest du Lösungen für deine Kunden – darüber darfst du reden. Komme weg vom „News-Gedanken“. Hin zu Evergreen-Inhalte, die nützlich sind und weiterbringen.

Wenn wir dabei sind: du kannst die Bereich „Aktuelles“ und „News“ in der Regel ebenfalls mit viel Zeitgewinn von deiner Website eliminieren. Ersetze sie zum Beispiel durch einen Blog mit Tipps und Hilfreichem.

Das wirkt viel stärker bei gleichviel aufgewendeter Zeit.

Setze E-Mail-Automation ein, damit du gezielt Menschen nach ihren Interessen mit hilfreichen Inhalten bedienen kannst, die zu ihrer Situation passen, statt alles an alle zu senden.

Ersparnis: Zeit für Produktion irrelevanter Inhalte

8) Hör auf mit Suchmaschinen-Optimierung

Was bringen dir viele Besucher auf deiner Website, wenn sie sich nur kurz herumschauen, gehen und nie wieder vorbeikommen? Viele Websites verdienen keine Besucher, weil sie Broschüren sind.

Lade Besucher in dein Universum ein, lade sie auf einen spannenden Weg mit dir ein. Zeige deine Kompetenz über Wochen oder Monate, gewinne ihr Vertrauen. Das macht ein Funnel. Deine Chancen werden enorm höher sein, wenn du ihnen deine Lösung vorstellst.

Ersparnis: Zeit/Geld für Suchmaschinen-Optimierung

9) Hör auf, auf Kleingedrucktes zu beharren

Eliminiere das Kleingedruckte. Überspitzt gesagt. Sobald deine AGB zum tragen kommen, stimmt etwas nicht: der Fokus ist nicht mehr auf den Kunden. Wenn ein Kunden unzufrieden ist und aussteigen will: gib ihn noch einen Extra-Bonus mit auf den Weg! Schlage ihm nicht die AGB um den Kopf und die letzte Zahlungsrate einzufordern.

Wir sind alle „Customer Success Manager“.

Ersparnis: Zeit/Geld/Frust mit unnötigen Kämpfen

10) Hör auf, Social Media ohne Ziel zu nutzen

Frage immer „warum?“.

Hast du dir vorgenommen, 6x pro Monat etwas auf Facebook zu veröffentlichen? Warum? Für Sichtbarkeit? Warum? Dass Leute sehen, dass du Kunden hast? Warum sollen sie das sehen? Damit sie sich das auch überlegen? Vielleicht.

Hier ist wichtig, dass du ganz klar den nächsten Schritt aufzeigst.

Social Media kann viel bewegen – wenn du es so einsetzt, dass es in deinen Funnel herein spielt. Wenn nicht: aufhören und Zeit sparen.

(übrigens: wenn du einen Funnel hast, heisst das nicht, dass du viele Beiträge auf Social Media veröffentlich musst – im Gegenteil.)

Ersparnis: Zeit/Geld für Inhalte für Social Media

11) Hör auf, nach „Business Cases“ zu fragen

Die sind cool, die sind inspirierend.

Die sind meist von Leuten erreicht worden, die nicht abschauen konnten. Sie basierend auf neuen Ideen. Du kannst daraus lernen – wirst aber mehr erreichen, wenn du raus gehst, experimentierst und ein Gespür für Inhalte, Wunschkunden, Plattformen und Wechselwirkungen entwickelst.

Ersparnis: Zeit fürs Studieren von Business Cases

12) Hör auf, es allen recht zu machen

Eine breite Wunschkundengruppe (Zielgruppe) ist keine Wunschkundengruppe. Wenn du spezifisch wirst, wirst du die Wünsche, Beweggründe, Gefühle deiner Wunschkunden viel besser verstehen. Du wirst sie so ansprechen können, dass sie sich verstanden fühlen. Das entscheidet über die Wirkung deiner gesamten Kommunikation. Von Anzeigen zu E-Mails, zu Landing-Pages.

Ersparnis: Zeit für unwirksame Kommunikation, die niemanden bewegt

Strategie ist:
…die Entscheidung, was man nicht tut.

In diesem Sinne: auf ein neues, ungehetztes Jahrzehnt!

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Comments

  1. Marina says

    Scharf beobachtet und kurzweilig auf den Punkt gebracht. Danke für die wertvollen Tipps, die sich durchaus auch auf andere Lebensbereiche übertragen lassen 😉

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